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Lage Bearbeiten

Der Tiroler Grenzort liegt auf 589 Metern Höhe und ist ein bekanntes Drachenfliegerzentrum. 1985 fanden hier die Weltmeisterschaften statt. Der 3600 Einwohner Ort verfügt über knapp 4000 Gästebetten.


Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

Pfarrkirche St. Peter und Paul Bearbeiten

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde auf den Mauern eines gotischen Baus errichtet. Einige Mauern unter der heutigen Kirche deuten auf die Existenz einer römischen villa rustica (2. Jahrhundert nach Christus) an dieser Stelle hin. Weitere Vorgängerbauten stammen aus dem 8. Jahrhundert (Holzkirche), von 800 (Steinkirche), 1200 (romanischer Neubau) und aus dem 15. Jahrhundert (gotische Erweiterung).

Erbauer der jetzigen Pfarrkirche von 1713-24 [nach anderen Angaben: 1719-22] (Chor: 1713-20; Langhaus: 1718-20) war Abraham Millauer. Die Pläne entwarf Wolfgang Dienzenhofer aus Aibling. Die Weihe der neuen Kirche erfolgte am 14.09.1724 durch den Bischof von Herrenchiemsee. Im Chor sind sogenannte Oculus-Fenster zu sehen. Kunstexperten sprechen bei der Kössener Pfarrkirche von einer "strengen Formensprache, die sich im 17. Jahrhundert herausgebildet hatte" und "von Wolfgang Dinzenhofer weitergeführt" wird. An der Decke sieht man feine Ornamente mit Pflanzenmustern, "die als eine Vorstufe zum Laub- und Bandelwerk-Ornament" gelten können. 1820 wurde die Kirche im historistischen Geschmack der Zeit verändert. Der Nazarenastil hielt Einzug in das Gotteshaus. Erst in den letzten Jahren wurden bei einer Innenrestaurierung der barocke Raumeindruck der Kirche wieder zurückgegeben.

Die Deckengemälde der Pfarrkirche stammen von Simon Benedikt Faistenberger (1722) und Johann Friedrich Rattensberger (1860) und stellen Szenen aus der Bibel dar; auf einem Deckengemälde ist auch der Ort Kössen zu sehen. Der Hochaltar stammt von dem Innsbrucker Bildhauer Sepp Rossbacher und wurde 1952 geschaffen. Das Altarblatt ist von Kaspar Jele und auf 1861 datiert. Noch älter sind die Seitenfiguren Johannes und Paulus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der linke Seitenaltar mit der Patrona Bavariae entstand im 17. Jahrhundert. Der so genannter Kreuzaltar stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert. Die Kanzel ist klassizistisch und um 1800 gebaut. Den Schalldeckel krönen die drei göttlichen Tugenden: Glaube, Liebe, Hoffnung. Besonders sehenswert sind auch die 14 Kreuzwegstationen (Öl auf Kupfer) von dem Künstler Simon Benedikt Faistenberger um 1722/24 geschaffen. Noch vorhanden sind zwei spätgotische Schnitzreliefe um 1515, die wohl zu dem früheren Hochaltar gehörten. Weiterhin finden sich die Schnitzfiguren des guten Hirtens (18. Jahrhundert) und des Herz-Jesu (19. Jahrhundert) im Kirchenschiff. Die Betstühle sind um 1720 entstanden. In einer Kapelle nördlich des Turmerdgeschosses befindet sich die Darstellung von Josef mit Kind (um 1700) und frühbarocke Medaillons der drei Rosenkränze.

Bemerkenswert sind die Hochwassermarken (von 1572 und 1598) an der Außenwand der Kirche, die von den früher häufigen Überschwemmungen im Ort durch die Ache zeugen, bis 1910 die Ache freigesprengt wurde und damit die Hochwassergefahr erheblich abnahm.

Kapellen Bearbeiten

In der Pfarrei Kössen gibt es neben der bedeutenden Wallfahrtskirche am Klobenstein noch etwa 30 weitere Kapellen, die von der bäuerlichen Frömmigkeit der Region zeugen.

Gasthof "Erzherzog Rainer" Bearbeiten

Unbedingt zu beachten sind die schöne Malereien an der Außenfassade des Gasthof "Erzherzog Rainer" aus dem späten 18. Jahrhundert.


Geschichte Bearbeiten

Funde einer Axt und einer Nadel weisen auf menschliche Spuren bereits vor 3000 Jahren in der Gemarkung des heutigen Orts Kössen hin. Auch die Römer besiedelten das Gebiet um Kössen. Erste urkundliche Erwähnung von Kössen fand im Jahre 1160 statt. Der Name "Kössen" kommt von "kezzin", was mit Kessel übersetzt wird. Im 12. Jahrhundert gehörte dem Kloster Frauenchiemsee ein großer Teil des Gemeindegebietes (114 Bauerngüter). Die Pfarrkirche St. Peter unterstand dem Kloster St. Zeno in Bad Reichenhall. 1506 kam das bisher bayerische Gebiet in Folge der Erbfolgekriege nach Gewinnen des österreichischen Kaisers Maximilian zu Tirol. Im 16. und 17. Jahrhundert kam Kössen durch Eisen-, Kupfer- und Silberverhüttung zur wirtschaftlichen Blüte. 300 Jahre später, um 1774, verlor der Ort seine Bedeutung, weil die Bergwerke in der Umgebung stillgelegt wurden. Seit 1900 wurde Kössen vom Tourismus entdeckt und der Fremdenverkehr entwickelte sich.

An die ehemalige Bedeutung des Klosters Frauenchiemsee erinnern im Kössener Wappen die zwei gekreuzten und gestielten Seeblätter in wechselnden Farben auf dem in Rot und Silber gespaltenen Schild, die auch im Wappen des Benediktinerinnenklosters Frauenchiemsee zu finden sind.

Ein beliebtes Wander- und Klettergebiet in und um Kössen ist der Zahme und der Wilde Kaiser. Auch Fossiliensammler kommen in den Kössener Schichten des alpinen Obertrias auf ihre Kosten.

In der Grenzlandhalle finden Theater, Konzerte oder andere Großveranstaltungen statt, die Halle bietet 800 Personen Platz.


Ausflugsziele Bearbeiten

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Blick von der Griesener-Alm auf die Gipfel des Wilden Kaisers

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Kapelle für Bergopfer im Kohlenbachtal auf dem Weg zur Grieseneralm

Griesener-Alm Bearbeiten

Schon von Weitem sehen die Berge des Wilden Kaisers beeindruckend aus. Doch ist der Blick von der Griesener-Alm direkt unterhalb der großen Kaisergebirgsgipfeln schier atemberaubend. Die Alm erreicht man von Kössen über die Staatsstraße 176 in Richtung St. Johann. Im kleinen Ort Griesenau zweigt die Straße zur Griesener-Alm rechts Seite ab. Die Mautstraße führt durch das Kohlenbachtal an der Fischbach-Alm mit einer Kapelle zum Gedenken an die verunglückten Bergsteiger und Bergwachtler vorbei bis zur Griesener-Alm - einer beliebten Ausflugsgaststätte. Im gesamten Kohlenbachtal bietet sich ein fantastischer Blick zu den Gipfel des Wilden Kaisers, die mit bis 2200 Meter über NN emporragen. Von der Terrasse der 1024 Meter hoch gelegenen Griesener-Alm, die auch unter dem Namen Griesner-Alm bekannt ist, können die Gäste - bei Kaffee, Kuchen und guten Augen oder einem Fernglas - die Bergsteiger in den Felswänden des Wilden Kaisers beobachten. Die Gipfel des Wilden Kaisers tragen die Namen: Totenkirchl, Mittlerer Kaiser, Prediktstuhl, Ellmauer Halt etc. Geübte Wanderer haben die Möglichkeit ab der Griesner Alm über den Europäischen Fernwanderweg E 4 weiter in Richtung Westen nach Kufstein laufen.


Walchsee Bearbeiten

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Landschaft am Walchsee in Tirol

Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist der Walchsee (nicht zu verwechseln mit dem oberbayerischen Walchensee), mit dem gleichnamigen Ort an seinem Ufer. Den See kann gut zu Fuß umrundet werdem. Er bietet ideale Möglichkeiten für Wassersportler. Der Ausflug hierhin lohnt sich auch wegen der schönen Natur und der Weite auf der Südseite des Sees.

Sehenswert ist die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer im Ort Walchsee. Die heutige Kirche ist um 1640 entstanden und wurde im Jahr 1891 zur selbständigen Pfarrei erhoben. Der Bau (ursprünglich gotische) wurde 1702 im Barockstil vergrößert. Der Hochaltar entstand um 1760 durch den Kitzbühler Bildhauer Martin Lengauer. Die Glasfenster der Nordseite stellen das Herz Jesu, den hl. Leonhard und den hl. Georg dar.


Kontakt Bearbeiten

Tourismusverband Kaiserwinkl

Dorf 15

A-6345 Kaiserwinkl

Tel. 0043 (0)501 100

info@kaiserwinkl.com


Interessante Links Bearbeiten