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Die Kirche St. Margaretha in der Ortsmitte von Mietenkam

Geschichte Bearbeiten

Mietenkam wurde das erste Mal 1114 als Sitz eines Grafen Marquart urkundlich erwähnt. Der Name des Ortes kommt vermutlich von dem Haus eines "Muto". Früher wurde Mietenkam nämlich auch als Mutenheim oder Muytenheim erwähnt. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts standen in Mietenkam nur sehr wenige Häuser. In den 1960-er Jahren wuchs die Zahl der Einwohner des von Grassau verwalteten Ortes schnell auf etwa 1.000 an, da immer mehr Baugrundstücke ausgewiesen wurden, schnell auf .

Der größte Gebäudekomplex von Mietenkam ist die Kendlmühle. Die Mühle geht in ihren Ursprüngen angeblich bis ins Jahr 1180 zurück.

Mit dem Bau der Nebenbahnstrecke zwischen Übersee und Marquartstein bekam Mietenkam eine kleine Bahnstation, die aber bereits ein Jahr vor Baubeginn der Strecke, im Jahre 1884, eröffnet wurde. Im Bahnhofsgebäude war auch ein Gasthaus untergebracht. Um diese Zeit soll auch eine Seilbahn existiert haben, die Zement von Staudach über die Ache und die Filze nach Mietenkam brachte.

Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

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Blick ins Innere der Mietenkamer Kirche

In Mietenkam steht die zur Pfarrei Grassau gehörende Filialkirche St. Margaretha. Durch einen Brand im Jahre 1829 wurde die gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert zerstört. Doch drei Jahre später im Jahre 1832 (Wiederaufbau 1830-37) konnte die Kirche wieder eingeweiht werden. Im Hochaltar von 1779 steht die sogenannte Schöne Madonna um 1410. Ein Votivbild von 1668 zeigt die 14 Heiligen Nothelfer. Beim Wiederaufbau nach dem Brand von 1829 entdeckte man einen Römerstein, der jetzt in der Kirche aufgestellt ist. Der Dachreiter der Kirche soll angeblich dem Turm der ersten evangelischen Kirche von München nachempfunden worden sein. Das Kirchlein wurde 1963 und zuletzt 1998 innen renoviert sowie außen im Jahre 1986. Bei der Innenrenovierung 1998 halfen die Mietenkamer tatkräftig mit und brachten mit einem Dorffest die Finanzen für die Kirchenrenovierung auf.


Menschen Bearbeiten

Bis zu seinem Tod am 10. Dezember 1973 lebte in Mietenkam ein bekannter Schaupieler - Willi Reichert. Reichert wohnte mit seiner Frau und einigen Haustieren auf einem kleinen "Gütl"  direkt an der Straße nach Übersee in der Dorfmitte. Auf den ehemaligen Grundstücken der Familie Reichert wurde in den letzten Jahren ein Neubaugebiet errichtet, in dem auch eine Straße nach dem prominenten Mietenkamer benannt wurde. Der aus Schwaben stammende Reichert äußerte sich über seine Landsleute und warum er im Chiemgau lebe einmal gegenüber Werner A. Widmann wie folgt: "Weil ich ein echter Schwabe bin. Daher kenn ich die Schwaben und möcht' vor ihnen weitgehend meine Ruh. Mir langen sie schon im Winter in Stuttgart." Heute lebt die Witwe von Willi Reichert weiter in Mietenkam auf dem "Gütl" . Ihr Mann hat seine letzte Ruhe auf dem Friedhof von Grassau gefunden.

Ein von dem Mietenkamer Wolfgang Schmid (* 9.11.1805 gest. 15.5.1873) konstruiertes und gebautes hölzernes Schiff fuhr als erstes Dampfschiff am 5. Mai 1845 von Feldwies zur Fraueninsel.

Viel Aufsehen erregt ein Mordfall am 11. April 1898 in Mietenkam. Eine 18-jährige wird im Nager-Holz bei Mietenkam ermordet. Als Täter stellte sich ein 41-jähriger Österreicher heraus, der in Mietenkam lebt. Er wurde im Oktober 1898 zum Tode verurteilt.


Interessante Links Bearbeiten