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BeschreibungBearbeiten

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Der Schnappenberg von Grassau aus

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Blick auf den Schnappenberg

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Blick vom Schnappen auf Grassau, die Kendlmühlfilze und den Chiemsee

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Blick vom Schnappenberg gen Chiemsee auf Staudach-Egerndach und Übersee

Auf dem 1250 meter hohen Schnappenberg oberhalb von Staudach-Egerndach befindet sich die barocke Schnappenkirche mit einem kleinem Zwiebeldachreiter.
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Die Schnappenkirche

SehenswürdigkeitBearbeiten

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Das Innere der Schnappenkirche

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Hochaltar in der Kirche auf dem Schnappen

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Das Innere der Schnappenkirche

Das kleine Gotteshaus, das weit in den Chiemgau hinein grüßt, ist dem Heiligen Wolfgang geweiht. Sie wurde 1637-1640 (1639) nach Plänen des Traunsteiner Stadtbaumeisters Wolfgang König, der auch die Wallfahrtskirche in Maria Eck schuf, und im Auftrag der Herrenchiemseer Pröpste erbaut, nachdem der Zustrom der Pilger in den Jahren zuvor immer mehr angewachsen war. Es soll einen hölzernen Vorgängerbau in Form einer Brunnenkapelle (um 1500) gegeben haben. Das Altarbild der Schnappenkirche schuf der Münchener Hofmaler Kasper Amort (1644). Im Jahr 1963 wurden in der Kirche Fresken freigelegt, die wohl von Wolf Jakob Schroff stammen und um 1693 entstanden sind. Leider sind sie nur noch teilweise erhalten. Der Altar der Kirche stand früher in der Pfarrkirche von Schleching und kam im Jahr 1837 hierher. Bis ins 18. Jahrhundert fand in der Schnappenkirche jeden Sonntag ein Gottesdienst statt. Nach der Messe gab es damals immer ein großes Festmahl mit Almkäse, Almkrapfen, Kaffee, Kuchen ..., an dem neben dem Kirchenchor und dem Pfarrer, auch die ganze Gemeinde teilnahm. Heute findet nur sehr selten ein Gottesdienst in der Schnappenkirche statt.

Der Blick von der Kirche (1099 Meter über NN) ist bei guter Sicht sehr weit. Man kann über den Chiemgau und den Chiemsee blicken, der etwa 600 Meter tiefer liegt.

GeschichteBearbeiten

Eine alte Volkssage erzählt, dass sich einmal ein Hirsch in die Kapelle vor einem Unwetter flüchtete. Da hinter dem Tier die Tür zuschlug war der Hirsch gefangen und wäre fast verhungert, hätte das Tier nicht begonnen das Glockenseil aufzufressen. Ein durch das Geläut herbeigeeilter Jäger befreite das Tier aus seinem Gefängnis. Weiter wird erzählt, dass das Tier immer wieder zur Schnappenkirche zurückkam, als wolle es dem Heiligen Wolfgang für seine Rettung danken.

Eine andere Sage berichtet, dass die Kapelle an dem Platz errichtet wurde, an welchem im Jahre 1096 der Graf Marquart II. im Auftrag einer ehemaligen Liebhaberin ermordet wurde. Es ist allerdings nicht sicher, ob sich diese Geschichte wirklich an dem Ort, an dem heute die Schnappenkirche steht, zugetragen hat.

Um die Erforschung der Geschichte der Schnappenkirche hat sich der Heimatpfleger Franz Gaukler aus Staudach-Egerndach besonders bemüht und seine Erkenntnisse in dem Buch "Geschichte der Burg Marquartstein" zusammen gestellt.

In der Kirche findet man eine Tafel mit folgendem Gedicht, das den Besucher zum Nachdenken anregen soll:



"Bei Gott, dein Name, lieber Christ,


Im Himmel angeschrieben ist.


Verschon damit die Kirchenwand


Mit Gekritzel deiner Hand.


Sollst lieber nach dem Brauch der Alten


Die Hände still zum Beten falten.


Und Kommst du her nur zum Besuch:


Beim Herrgott gibt's kein Fremdenbuch!"




1984 (nach anderen Angaben 1977-81) wurde die kleine Kirche auf dem Schnappenberg renoviert. Heute wird jährlich am 25. Juli auf dem Schnappen Gottesdienst gefeiert. Am 30. September 1972 ereignet sich auf dem Schnappenberg ein großer Waldbrand. Nur durch den günstigen Wind kann die Kapelle gerettet werden.

Interessante Links Bearbeiten